Alexander von Humboldt und der Klimawandel: Mythen und Fakten

Hat Alexander von Humboldt vor den dramatischen Folgen des vom Menschen verursachten Klimawandels gewarnt? Ausgehend von dieser Frage befasst sich der Beitrag mit seinen Klimastudien und zeigt dabei, welch enorme Wirkung diese für viele Länder der Welt hatten. Zahlreiche Aufforstungsmaßnahmen wurden im 19. Jahrhundert durch Humboldts Studien angeregt. Humboldt hat zudem – wohl als erster – die klimaverändernde Wirkung von „großen Dampf- und Gasmassen an den Mittelpunkten der Industrie“ erkannt und außerdem im 3. Band des Kosmos auch den Treibhauseffekt beschrieben. Die Bedrohungen des stetig zunehmenden anthropogenen Klimawandels jedoch konnte er nicht ahnen. Seine und auch die Erkenntnisse der anderen Klimaforscher des 19. Jhds. gerieten Anfang des 20. Jhds. in Vergessenheit. Der gerissene Rezeptionsfaden wurde erst mit der Umweltbewegung in den 1970er Jahren wieder aufgenommen und Alexander von Humboldt als Klimaforscher und „erster Ökologe“ neu bewertet.

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„Mit Humboldt die Welt retten?“ – Harald Asel im Gespräch mit Hans Joachim Schellnhuber und Ottmar Ette im RBB-Inforadio, 11.08.19 um 11:05

Am Sonntag, dem 11.08.2019, um 11:05 spricht rbb-Moderator Harald Asel im INFOradio in der Reihe „Das Forum“ mit dem Gründungsdirektor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung Hans Joachim Schellnhuber und dem Humboldt-Experten Ottmar Ette von der Universität Potsdam.
2019 ist Alexander-von-Humboldt-Jahr. Vor 150 Jahren starb der große Berliner Naturforscher und Reisende. Er ging mit wachen Augen durch die Welt und nahm Stellung zu den Themen seiner Zeit. Sein umfassender Blick auf die Welt und sein Denken in globalen Zusammenhängen sind höchst aktuell und stellen eine wichtige Ressource im Umgang mit den Problemen der Gegenwart dar.
Was würde Alexander von Humboldt uns heute raten? Lassen sich der Klimawandel und andere menschengemachte Veränderungen der Natur mit seiner Hilfe besser begreifen und veranschaulichen? Hält Humboldts grenzenlose Neugierde auf die Welt Ansätze für unseren Umgang mit den anstehenden Herausforderungen bereit?

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Humboldts Pflanzen im Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin

Exklusiv im Humboldt-Jubiläumsjahr und im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaften am heutigen Samstag, dem 15. Juni 2019, öffnen der

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Neue Dokumente und Funktionen in der edition humboldt digital (BBAW): Version 4 online

Seit Ende Mai 2019 steht die neue, mittlerweile vierte Version der edition humboldt digital für alle interessierten Nutzerinnen und Nutzer online und frei zugänglich im Netz. Neben zwei ausführlichen Forschungsbeiträgen als Erstveröffentlichungen zum Themenschwerpunkt „Pflanzengeographie und Biowissenschaften“ von Staffan Müller Wille und Katrin Böhme sowie von Matthias Glaubrecht, steht nun der in mehrfacher Hinsicht überarbeitete und mit Bilddigitalisaten erweiterte Briefwechsel Alexander von Humboldts mit Christian Gottfried Ehrenberg zur Verfügung.Die Alexander von Humboldt-Chronologie erlaubt seit dieser Version durch verbesserte Darstellungs- und Suchfunktionen einen leichteren und effizienteren Zugang zu den in der edition humboldt digital aggregierten und vernetzten Informationen zum Leben und Schaffen Humboldts.

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Humboldt und die Neuentdeckung der Natur (ZDF 2019, 43 Min.)

Humboldt und die Neuentdeckung der Natur
Erstausstrahlung ZDF am 5. Mai 2019, 19.30 Uhr

Anlässlich seines 250. Geburtstags unternimmt die Dokumentation mit Historikerin Andrea Wulf eine atemberaubende Reise um die halbe Welt und entführt den Zuschauer zu den Stromschnellen des Orinoco und auf die höchsten Anden-Gipfel, die Humboldts neues Naturverständnis prägten. In Spielszenen mit dem renommierten deutschen Schauspieler Timmi Trinks in der Rolle des jungen Humboldt kann der Zuschauer unter anderem die legendäre Fahrt auf dem Orinoco oder den Aufstieg in die eisigen Höhen des Chimborazo miterleben.

Ein Film von Tilman Remme. Redaktion: Ruth Omphalius und Michael Büsselberg.

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Révolutions dans le cosmos. Essais de libération géographique: Humboldt, Thoreau, Reclus (Classiques Garnier)

Géographes naturalistes et penseurs éthiques, politiques, tels sont Alexander von Humboldt, Henry David Thoreau et Elisée Reclus en leurs essais,

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Inseln und Meere. Zur Geschichte und Geografie fluider Grenzen (Matthes & Seitz 2019)

Wie werden Beobachtungen zu Zahlen, Daten zu wissenschaftlichen Erzählungen, und wie befeuern Daten und Messungen die Fiktionen der Literatur? – Gloria Meynen nimmt uns mit auf eine Reise zu den Anfängen der Klimaund Meereswissenschaften, zum schmalen Streifen zwischen Land und Meer, den fluiden Grenzen zwischen Science und Fiction. Die einsame Insel ist ein Schauplatz des Einzigartigen, seit der Antike ein Wohnort der Utopien, Eremiten und Chimären. Mit der Erfindung der modernen Messwissenschaften werden Inseln zu einem Ort des Plurals. Sie sind ein Freiluftlabor der Arten und Varietäten, eine Fabrik der Nebenwirkungen und Abweichungen, in der das Einzigartige in Serie geht. Meynen folgt dem fiktiven Gespräch zwischen Alexander von Humboldt und Jules Verne. Beide verbindet eine Vorliebe für Zahlen, Messungen und Daten. Humboldt überträgt das Gesetz des Meeres auf das Festland. Er sucht in der Wiederholung des vermeintlich Gleichen, auf eintönigen Höhen und in monotonen Ebenen, die infinitesimal kleinen Abweichungen.

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Die BBAW eröffnet Jahresthema 2019|20 „Naturgemälde“

Im Mittelpunkt des Jahresthemas 2019|20 „Naturgemälde“ steht die enge Beziehung von Repräsentation und Interpretation von Naturphänomenen in Wissenschaft und Kunst. Inspiriert von Alexander von Humboldts Begriff des „Naturgemäldes“ eröffnet sich ein ganzes Panorama an Fragen: Was kann man unter „Naturgemälde“ in den modernen Naturwissenschaften verstehen? Wie funktioniert Modellierung in den Natur- und Technikwissenschaften? Auf welche Weise kann der Klimawandel visualisiert und damit begreiflich gemacht werden? Welche Möglichkeiten bieten Computersimulationen für das „Naturgemälde“ der Zukunft? Wie können moderne „Naturgemälde“ von kollektiven Wissenschaftsformen wie Citizen Science profitieren? Was heißt Nature Writing in der Literatur? Und wie hört sich ein Naturgemälde in der modernen Klangkunst an?

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Die ‚edition humboldt digital‘. Dokumente zur Neuausgabe der ‚Ideen zu einer Geographie der Pflanzen‘ (1825–1826)

In der Berliner edition humboldt digital erscheinen neben den Reisetagebüchern der amerikanischen und der russisch-sibirischen Reise Korrespondenzen, Manuskripte und Notizen, die im Kontext des Humboldt’schen Forschungsprogramms entstanden. In den Jahren 1825 und 1826 arbeiteten Humboldt und der Botaniker Carl Sigismund Kunth in Paris an einer Neuausgabe der Ideen zu einer Geographie der Pflanzen (1807). Obwohl sie dieses Buchprojekt schließlich aufgaben, ermöglicht die nun vorliegende Edition der von den Autoren zusammengestellten, kommentierten und annotierten Sammlung von Ideen, Exzerpten und Thesen einen Blick auf Praktiken kollaborativen Lesens, Forschens und Schreibens.

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Alexander von Humboldt und die botanische Erforschung Amerikas (Prestel 2018)

Alexander von Humboldt ist wohl der universellste Forscher, den die Wissenschaft bis heute hervorgebracht hat. Dass er trotz seiner vielen Interessen jede einzelne Studie mit unglaublicher Sachkenntnis durchgeführt hat, beweist nicht zuletzt sein Beitrag zur Erfassung der lateinamerikanischen Pflanzenwelt. Rechtzeitig zum Jubiläumsjahr anlässlich seines 250. Geburtstags präsentiert dieser großformatige Prachtband in aktualisierter Neuausgabe die besten botanischen Illustrationen aus Humboldts eindrucksvoller Sammlung.

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Umweltgedanken zu Alexander zu Humboldt

Alexander von Humboldt hat auf der Grundlage des Wissens seiner Zeit in den Schlussfolgerungen zu seinen Messungen zum Boden, zur Luft und zum Wasser gelegentlich auch offene Fragen formuliert und Vermutungen geäußert. Es ist das Ziel dieses Beitrages, frühe Veröffentlichungen zu analysieren und zu prüfen, ob die damaligen Annahmen mit heutigem naturwissenschaftlichem Wissen bestätigt werden können. Nach einer kurzen Darstellung der allgemeinen „Umweltsituation“ der Zeit um 1800 folgt eine Diskussion der Anleitungen zur Beeinflussung der Bodenfruchtbarkeit und zur Ertragssteigerung. Humboldt erkannte bei seinen Untersuchungen zu methanhaltigen Grubengasen und der Erdatmosphäre einige uns heute aus der Klimadiskussion bekannte Effekte, wie z.B. die Rolle von Spurengasen auf die Eigenschaften von Gasmischungen und das Vorhandensein von atmosphärischen Stoffkreisläufen. Weniger bekannt sind Humboldts umfassende praktische Anleitungen zum Bau des 50 km langen Entwässerungstunnels „Meissner Erbstolln“ mit einbezogenen geologischen, technischen, ökonomischen und soziologischen Aspekten. Die zentrale Rolle von „dynamischen“ Gleichgewichten wird am heutigen ökologischen Zustand des Sees von Valencia (Venezuela) erläutert.

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