Pyrenäen-Landschaft und Totenmaske | Objektgeschichten der DHM-Ausstellung „Wilhelm und Alexander von Humboldt“

Von den Brüdern Humboldt wird Wilhelm häufig als der Sesshafte wahrgenommen – obwohl auch er viele Jahre seines Lebens im Ausland verbrachte und zu zahlreichen Reisen aufbrach. Ein Grund für diese Wahrnehmung mag im visuellen Gedächtnis zu den Humboldt‘schen Reisetätigkeiten liegen. Anders nämlich als Alexander fertigte Wilhelm nur wenige Zeichnungen auf seinen Reisen an. Das Gemälde der Pyrenäen, die der älterer der Humboldt-Brüder im Jahr 1799 auf seinem Weg nach Spanien bereiste, zeichnet ein anderes Bild.
Als Alexander von Humboldt am 6. Mai 1859 im Alter von 89 Jahren in Berlin verstarb, fertigte Gustav Hermann Blaeser unmittelbar danach die Totenmaske an. Die Abformung des Gesichts mit Gips oder Wachs unmittelbar nach Eintreten des Todes war im 19. Jahrhundert eine gängige Methode. Die Masken dienten zu wissenschaftlichen und pädagogischen Zwecken. Denn sie fanden unter anderem in der Künstlerausbildung Verwendung.

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16.12.2019, Buchvorstellung: „Berlin 1800. Deutsche Großstadtkultur in der klassischen Epoche“, Berlin

Welch bedeutenden Einfluss die großstädtische Bürgergesellschaft und insbesondere die jüdische Salonkultur im Berlin der späten 1780er Jahre auf die jungen Humboldt-Brüder gehabt haben muss, lässt die Ausstellung „Wilhelm und Alexander von Humboldt“ im Deutschen Historischen Museum erahnen.
Vertiefte Einblicke in die gesellschaftliche und kulturelle Verfasstheit Berlins an der Schwelle zum 19. Jahrhundert bietet die Präsentation des Bandes „Berlin 1800. Deutsche Großstadtkultur in der klassischen Epoche“, der aus einer Konferenz des Langzeit-Forschungsvorhabens „Berliner Klassik“ (2000-2013) der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften hervorgegangen ist.

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Chica-Farbe und Heiliger Ibis | Objektgeschichten der DHM-Ausstellung „Wilhelm und Alexander von Humboldt“

CHICA-FARBE
Mit dem Chica, das Alexander von Humboldt von seiner Forschungsreise aus Lateinamerika mit nach Hause brachte, verhielt es sich anders als zunächst vermutet. Er war davon ausgegangen, dass die rote Erdfarbe zum Schutz vor Insektenstichen diente. Zahlreiche Begegnungen mit indigenen Gruppen zeugten jedoch von einer soziokulturellen Praxis: Die Menschen, die entlang des gigantischen Flusses Orinoco wohnten, verwendeten das Chica zum Verzieren ihrer Haut.
HEILIGER IBIS
Was hat dieser ausgestopfte Vogel mit dem Sprachwissenschaftler Wilhelm von Humboldt zu tun? War es nicht sein Bruder Alexander, der von seinen Forschungsreisen Pflanzen, Steine und Tierpräparate mitbrachte? Der auf dem afrikanischen Kontinent heimische Ibis war für Wilhelm von Humboldt nicht aus biologischer, sondern aus sprachwissenschaftlicher Perspektive interessant. Seit den 1820er Jahren und bis zu seinem Tod 1835 beschäftigte sich Wilhelm nicht nur mit den Sprachen der Welt, sondern auch mit Schriftsystemen wie den ägyptischen Hieroglyphen.

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03.12.2019, Vortrag: „Alexander von Humboldt und die Sprache“, Berlin

Am 3. Dezember 2019 widmet sich der Sprachwissenschaftler und führende Wilhelm-von-Humboldt-Experte Jürgen Trabent dem anderen Humboldt-Bruder. Um 18:00 trägt er im Senatssaal der Humboldt-Universität aus sprachtheoretischer Perspektive über „Das nächtliche Thierleben im Urwalde“ vor, das dritte Kapitel aus Alexander von Humboldts „Ansichten der Natur“ (3. Aufl. 1849).

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03.12.2019 „Alexander von Humboldt und die Sprache“. Vortrag von Jürgen Trabant

Wer über Wilhelm oder Alexander von Humboldt forscht, wird sich notgedrungen auf einen der beiden Brüder konzentrieren. Zu umfangreich und komplex sind ihre jeweiligen Forschungen, Publikationen und Lebensleistungen, als dass man sich beiden zugleich mit hinreichender Aufmerksamkeit widmen könnte. Den je anderen Bruder aus dem Blick zu verlieren, ist angesichts ihrer persönlichen Beziehung und wissenschaftlicher Querverbindungen jedoch auch undenkbar.
Dies zeigen anschaulich die Untersuchungen zum dritten Kapitel aus Alexander von Humboldts „Ansichten der Natur“ (3. Aufl. 1849), die der Sprachwissenschaftler und führende Wilhelm-von-Humboldt-Experte Jürgen Trabent angestellt hat. Am 3. Dezember 2019 um 18:00 trägt er im Senatssaal der Humboldt-Universität über „Das nächtliche Thierleben im Urwalde“ aus sprachtheoretischer Perspektive vor.

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25.11.2019, Podiumsgespräch: „Unerzählte Geschichten. Wilhelm und Alexander von Humboldt“, Berlin

Stefan Koldehoff vom Deutschlandfunk spricht am 25. November 2019 um 18:30 im Zeughauskino des DHM mit Bénédicte Savoy und David Blankenstein, den Kuratoren der Ausstellung „Wilhelm und Alexander von Humboldt“ im Deutschen Historischen Museum, sowie den Humboldt-Experten Dorothee Nolte und Jürgen Trabant über unbekannte Objekte und unerzählte Geschichten, die neue Perspektiven auf die beiden Brüder bieten und zugleich viel über Wissen, Politik und gesellschaftliche Zustände ihrer Zeit offenbaren.

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21.11.2019, Eröffnung der Ausstellung „Wilhelm und Alexander von Humboldt“ im DHM, Berlin

Im Deutschen Historischen Museum ist ab dem 21. November 2019 die erste große Ausstellung über die Humboldt-Brüder in Deutschland zu sehen. Kuratiert wurde die Ausstellung „Wilhelm und Alexander von Humboldt“ von David Blankenstein und Bénédicte Savoy. Die beiden Humboldt-Experten, die schon für die viel beachtete Exposition „Les Frères Humboldt – l’Europe de l’Esprit“ in Paris 2014 verantwortlich zeichneten, haben etwa 350 Objekte zusammengetragen, teils bekannte, ja berühmte, aber auch viele entlegene, kuriose. Sie erzählen die dazugehörigen Geschichten und bieten einen neuen Blick auf Wilhelm und Alexander von Humboldt, ihr Leben, ihr Wirken und ihre Zeit.

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Theateraufführung: „Humboldt – Was die Welt im Innersten zusammenhält“, 07.11.2019, Berlin

Zur Erinnerung an Alexander von Humboldts Reise nach Russland und Zentralasien vor 190 Jahren und seinen 250. Geburtstag wird am 7. November 2019 um 19:00 Uhr im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin das Theaterstück „Humboldt – Was die Welt im Innersten zusammenhält“ aufgeführt.

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Buchvorstellung und Gespräch: „Mobile Preußen. Ansichten jenseits des Nationalen“ am 04.09.2019

Buchvorstellung und Gespräch Ottmar Ette: »Mobile Preußen. Ansichten jenseits des Nationalen« (J.B. Metzler 2019) Denk ich an … Preußen. Ob

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Die Russland-Expedition. Von der Newa bis zum Altai (C.H.Beck 2019)

Mit seiner Russland-Reise im Jahr 1829 erfüllt sich für Alexander von Humboldt ein Jugendtraum. Nach dem Südamerika-Unternehmen dreißig Jahre zuvor ist es seine zweite große Expedition – die bislang jedoch weitaus weniger bekannt ist.
Auf Einladung des Zaren Nikolaus I. bereist Humboldt die Weiten des eurasischen Kontinents bis an die chinesische Grenze. Mehr als 18.000 Kilometer werden er und seine Begleiter am Ende zurückgelegt haben. Während Humboldt die Natur erforscht – Berge und Gesteine, Tiere und Pflanzen und vor allem das Klima – , durchmisst er zugleich ein Imperium, das sich in einer Phase der Repression befindet. Von politischen Zwängen kann auch er sich nicht freihalten. Aus den Reisebriefen Humboldts an den russischen Finanzminister, an den Bruder Wilhelm und den Freund François Arago sowie dem Bericht seines Begleiters Gustav Rose hat Oliver Lubrich eine mehrstimmige Erzählung von dieser Expedition zusammengestellt. Sie vermittelt ein lebhaftes Bild des schon damals international berühmten Gelehrten, aber auch des einfühlsamen Bruders und Freundes.

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