02.02.2020, Matinee: „Natur. Nach Humboldt“, Gewächshäuser des Botanischen Gartens, Berlin

Am Sonntag, 2. Feb. 2020, von 11:00 bis 14:00 in den Gewächshäusern des Botanischen Gartens Berlin:

Art meets Science-Matinee: „Natur. Nach Humboldt“

in Verbindung mit der 360°-Sound-Installation „You Will Go Away One Day But I Will Not“ im Großen Tropenhaus

Wissenschaftler*innen und Künstler*innen präsentieren ihre Zugänge zu „Natur. Nach Humboldt“ – in Gesprächen, mit Kunst oder Musik.

Natur. Nach Humboldt. Sound-Installation im Großen Tropenhaus, Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin
Natur. Nach Humboldt, BGBM, Berlin

Programm

Victoriahaus: Filmraum im Untergeschoss

11:00 und 12:00
Modell und Natur

Thomas Borsch, Direktor Botanischer Garten & Botanisches Museum Berlin
Kathrin Grotz, Ausstellungsleiterin Botanischer Garten & Botanisches Museum Berlin

Ob zerlegbare Blüte oder vergrößerter Zellenquerschnitt – die meisten von uns kennen botanische Modelle als Unterrichts- oder Ausstellungsobjekte. Modelle spielen aber auch eine zentrale Rolle bei der Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Wir betrachten die Erforschung der Natur – historisch und aktuell – und die Rolle von Modellen bei den Forschungsansätzen.

11:30 a.m. and 12:30 p.m. (in English)
Recording the moment. Sonic pluralism – sound, body, and nature after colonialism

Miriam Akkermann, Sound Artist and Musicologist, Technische Universität Dresden, Member Junge Akademie
Gilles Aubry, Artist

With field recordings, it is possible to collect and document the aurality of material, bodies, cultures, landscapes, etc. Listening to these recordings always includes a new perspective, setting or context chosen by the presenter. How does this change the way we perceive sounds, what we expect from sounds or how we understand what we hear? And how does this influence the way we work with recordings?

Victoriahaus: Foyer im Obergeschoss

11:00 und 12:00
Natur abbilden – Humboldt als Zeichner

Victoriahaus, Foyer, BGBM Berlin
Victoriahaus, Foyer, BGBM Berlin

Walter Lack, ehem. Abteilungsleiter Wissenskommunikation Botanischer Garten & Botanisches Museum Berlin

Mehr als 6000 Pflanzennummern sammelten Alexander von Humboldt und sein Reisegefährte Aimé Bonpland während ihrer Amerikareise von 1799 bis 1804 – viele davon damals der Botanik noch völlig unbekannt. Ihre naturgetreue Darstellung vertraute Humboldt den besten Zeichnern und Kupferstechern seiner Zeit in Paris an. Humboldt-Experte H. Walter Lack gibt Einblicke in Humboldts akribische Analyse der grünen Mannigfaltigkeit des tropischen Amerika.

11:30 a.m. and 12:30 p.m. (in English)
Natural Scentscapes. An Olfactory Exploration in the footsteps of Alexander von Humboldt

Robert Kretschmer, Chemist, Universität Jena, Member Junge Akademie & Scentient Society

The Scentient Society invites you on an olfactory journey into Humboldt’s natural world. The journey is moderated and commented by the chemist Robert Kretschmer.

13:15 – 14:00
Natur. Nach Humboldt. Podiumsdiskussion

Michael Bies, Germanist, Freie Universität Berlin, Mitglied der Jungen Akademie
Thomas Borsch, Direktor Botanischer Garten & Botanisches Museum Berlin
Friederike Krippner, Wissenschaftliche Koordinatorin Jahresthema 2019/20 „Naturgemälde“, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

Moderation: René Aguigah, Deutschlandfunk Kultur

Tropisches Nutzpflanzenhaus

11:00 und 12:00
PlantiSonics. Wie klingt Pflanzenzüchtung und warum?

Katrin Hunze, Klangkünstlerin, Universität der Künste Berlin
Alberto de Campo, Klangkünstler, Universität der Künste Berlin
Henrike Perner, ehem. MPI für Molekulare Pflanzenphysiologie
Moderation: Julia Diekämper, Museum für Naturkunde

Pflanzenforschung wird meist mit den Augen betrieben: Merkmale bestimmen, zeichnen, fotografieren, Schaubilder erstellen. Viele Aspekte der Botanik lassen sich aber besser über Klänge darstellen – das gilt besonders für Zeitabläufe. Für Deutschlandfunk Kultur, pflanzenforschung.de und das Museum für Naturkunde hat ein Team von Forscherinnen und Wissenschaftlern verschiedene Aspekte der Pflanzenzüchtung hörbar gemacht.

11:30 a.m. and 12:30 p.m. (in English)
„You will go away one day but I will not“ – Talk

Maria Thereza Alves, Artist
Nils Köster, Curator Plant Collection Greenhouses Botanic Garden & Botanical Museum Berlin
Massimo Maio, Deutschlandfunk Kultur, Facilitator

A talk about plants, art and the installation in the Main Tropical Greenhouse.

Kakteenhaus

11:00 und 12:00
Die Schönen und das Biest – ein Gespräch über Pflanzen, Namen und Porzellan

Michael Bies, Germanist, Freie Universität Berlin, Mitglied der Jungen Akademie
Rona Kobel, Porzellankünstlerin

Kakteenhaus, BGBM Berlin
Kakteenhaus, BGBM Berlin

In ihren Porzellanarbeiten befasst die Berliner Künstlerin Rona Kobel sich mit Pflanzen und den Geschichten, die Pflanzennamen erzählen. Im Gespräch mit dem Literaturwissenschaftler Michael Bies sollen der Zwiespalt zwischen schönen Blumen und ihren oft noch von Rassismus und Kolonialismus geprägten Alltagsnamen wie auch die Potenziale der künstlerischen Auseinandersetzung mit ihnen ausgelotet werden.

11:30 a.m. and 12:30 p.m. (in English)
Listen to the soil

Karine Bonneval, Artist
Matthias Rillig, Plant Ecologist, Freie Universität Berlin

If we listen to the soil, what sounds does it make? We walk on a complete universe, a complex mixture of living beings, nutrients and minerals in constant interaction. Artist Karine Bonneval and plant ecologist Matthias Rillig started collaborating in 2016 – exploring the acoustic information carried by the soil. By making its voice heard, they open up new vistas of the world around us.

Farnhaus

11:00 und 12:00
Treffpunkt Kinderprogramm: Ich höre was du nicht riechst. Blätter wie Flügel, Wurzeln wie Flöten, Blütenblätter wie Honig (für Kinder von 6 – 12 Jahren)

Marcela Moraga, Jugend im Museum

11:30 a.m. (in English) and 12:30 p.m. (auf Deutsch)
Man kann nie wissen. Grenzen der Naturbetrachtung in Wissenschaft und Kunst

Friedhelm von Blanckenburg, Geologe, GeoForschungsZentrum Potsdam, Akademiemitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
Nicolas Perret, Island Songs
Silvia Ploner, Island Songs
Marcus Gammel, Deutschlandfunk Kultur, Moderation

Wissen ist relativ. Ein paar tausend Kilometer weiter oder 100 Jahre früher oder später sieht die Wahrheit oft erstaunlich anders aus. Wie gehen wir mit den Grenzen unseres Wissens um? Wo endet die exakte Forschung, wo beginnen Fiktion, Kunst und Mythologie? Ein Spaziergang durch die Grauzone mit Klangbeispielen des Duo Island Songs.

Mittelmeerhaus

11:00 und 12:00
Blühende Naturgemälde

Marcus Becker, Kunsthistoriker, Humboldt-Universität Berlin
Gerald Parolly, Kustos Freiland, Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin
Moderation: Friederike Krippner, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Moderation

A.v. Humboldt, Tableau physique (1807)
A.v. Humboldt, Tableau physique (1807)

Mit seinem „Naturgemälde der Anden“ legt Humboldt 1807 den programmatischen Entwurf für die spätere pflanzengeographische Disziplin vor. Knapp 100 Jahre später entwirft A. Engler den Botanischen Garten als modellhafte „Welt in einem Garten“ – ein blühendes „Naturgemälde“. Gerald Parolly und Marcus Becker sprechen über Naturauffassungen nach Humboldt und ihre begehbaren „Abbilder“, die wissenschaftlichen und kulturhistorischen Gärten in Europa.

11:30 a.m. and 12:30 p.m. (in English)
Insektenstimmen und digitale Klangsysteme

Kirsten Reese, Klangkünstlerin, Universität der Künste Berlin
Dörte Schmidt, Musikwissenschaftlerin, Universität der Künste Berlin, Akademiemitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

Creatures and Signals heißt eine Komposition und Performance von Kirsten Reese, die Insektenklänge aus dem Tierstimmenarchiv des Museums für Naturkunde Berlin mit Klängen des Fairlight CMI (Computer Musical Instrument), eines der ersten digitalen Synthesizer und Sampler, miteinander in Dialog bringt. Auszüge aus dieser Komposition werden vorgeführt und werden zum Ausgangspunkt, um im Gespräch über Gemeinsamkeiten zwischen Klängen entomologischer Lebensformen und elektronischen Klangsystemen nachzudenken.

Veranstaltungsort

Lageplan Gewächshäuser, BGBM Berlin

Botanischer Garten Berlin
Gewächshäuser

Eingänge:
Unter den Eichen 5–10, 12203 Berlin
Königin-Luise-Straße 6–8, 14195 Berlin

Eintritt und Anmeldung

Der Eintritt in den Botanischen Garten kostet regulär 6 EUR, ermäßigt oder nach 17:00 Uhr 3 EUR. Weitere Kosten für den Zugang zur Matinee und zur Sound-Installation fallen nicht an. Die Ausleihstation für die Kopfhörer/Sound-Units (kostenfrei) befindet sich im Foyer Victoriahaus (vgl. Lageplan, Buchstabe O). Eine Anmeldung oder Reservierung ist nicht erforderlich.

Programm-Flyer

Programmflyer (PDF)

Den Programmflyer zur Matinee „Natur. Nach Humboldt“ und der Sound-Installation „You Will Go Away One Day But I Will Not“ finden Sie hier.

Weitere Informationen

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