Alexander von Humboldts Naturgemälde der Tropen: das „Tableau physique des Andes et pays voisins“ (1807)

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Da die avhumboldt.de-Redaktion regelmäßig Anfragen zu dem berühmten „Naturgemälde der Tropenländer“ erreichen, nutzen wir die Gelegenheit, Bild und Bildkontext ein wenig zu erläutern und als Download zur Verfügung zu stellen.

Tableau physique des Andes
(JPEG, 300dpi, 7721 × 5003 Pixel, 6,8 MB)

 Tableau physique des Andes et pays voisins, Peter H. Raven Library/Missouri Botanical Garden (CC BY-NC-SA 4.0)
Tableau physique des Andes et pays voisins, Peter H. Raven Library/Missouri Botanical Garden (CC BY-NC-SA 4.0), Biodiversity Heritage Library

Das Naturgemälde im Werkkontext

Der 1807 erstmalig auf Französisch erschienene Essai sur la géographie des plantes accompagné d’un tableau physique des régions équinoxiales (dt.: Ideen zu einer Geographie der Pflanzen nebst einem Naturgemälde der Tropenländer) ist zweifellos eines der bekanntesten Werke Alexander von Humboldts.

Der Essai besteht neben einem kurzen Vorwort aus drei Elementen: zwei komplementäre Texte und eine Karte. Am Beginn steht der eigentliche ‘Essai sur la Géographie des Plantes’, der im französischen Original nur 23 von insgesamt 155 Seiten ausmacht. Es ist Humboldts programmatischer Entwurf für die zu entwickelnde pflanzengeographische Disziplin. Auf den Entwurf folgt das Modell und seine Erklärung: der zweite, mit 108 Seiten schon sehr viel längere Text ‘Tableau physique des Régions équatoriales [sic]’ und schließlich die fast siebzig Zentimeter hohe und einen knappen Meter breite kolorierte Kupferstichtafel ‘Tableau physique des Andes et pays voisins’.

Humboldts berühmtes und in der Wissenschaftsgeschichte geradezu ikonisches ‚Naturgemälde‘ zeigt in stark stilisierter Form einen (Teil-)Querschnitt durch den Chimborazo und zugleich durch den gesamten südamerikanischen Kontinent, der nicht nur die Pflanzenarten nach ihren Verteilung in klimatischen Schichten darstellt, sondern zugleich in höhenspezifischen Tabellen die Ergebnisse für die physikalischen und chemischen Verhältnisse der jeweiligen Klimazone neben zahlreichen anderen Messkriterien versammelt.

Leicht gekürzter Auszug aus:

Kraft, Tobias (2016): Pflanzengeographie und Zivilisationskritik. Alexander von Humboldts ‚Tableau physique des Andes et pays voisins‘. In: Albrecht Buschmann, Julian Drews, Tobias Kraft, Anne Kraume, Markus Messling und Gesine Müller (Hg.): Literatur leben. Festschrift für Ottmar Ette. Frankfurt am Main, Madrid: Iberoamericana – Vervuert, S. 313–322.

Der vollständige bibliographische Titel zu Humboldts Werk lautet:

Humboldt, Alexander von; Bonpland, Aimé (1805): Essai sur la Géographie des Plantes accompagné d’un tableau physique des régions équinoxiales. Fondé sur des mesures exécutées, depuis le dixième degré de latitude boréale jusqu’au dixième degré de latitude australe, pendant les années 1799, 1800 1801, 1802 et 1803. Avec un planche. Paris, Tübingen: Schoell, Cotta (Voyage de Humboldt et Bonpland, Partie 5).

In der Digitalisate-Bibliographie Humboldt Digital finden sich unter dem Suchbegriff „Géographie“ verschiedene Fassungen der berühmten Studie, sowohl in der französischen als auch in der deutschen Fassung.

Quellen & Lizenz

Die Quelle des hier vorgestellten Digitalisats ist die Peter H. Raven Library/Missouri Botanical Garden. Das Digitalisat wird bereitgestellt auf den Seiten der Biodiversity Heritage Library

Die Creative Commons-Lizenz CC BY-NC-SA 4.0, unter der die Datei bereitgestellt wird, erlaubt folgende Nachnutzung.

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Nachtrag (15.11.2017)

Eine hochwertiges Reprint der französischen Karte findet sich als Beigabe zur jüngsten englischen Neuübersetzung von Humboldts pflanzengeographischem Hauptwerk:

Humboldt, Alexander von; Bonpland, Aimé (2009): Essay on the Geography of Plants. Edited with an introduction by Stephen T. Jackson. Translated by Sylvie Romanowski. Chicago, London: The University of Chicago Press.

Den Zusammenhang zwischen Humboldts berühmten Naturgemälde und Goethes Vorstellung einer idealen Landschaft ist in der Forschung mehrfach diskutiert worden. Die dazu gehörigen Karten wurden in einer hochwertigen Reproduktion 1989 wiederaufgelegt als:

Beck, Hanno; Hein, Wolfgang-Hagen (1989): Humboldts Naturgemälde der Tropenländer und Goethes ideale Landschaft: zur ersten Darstellung der Ideen zu einer Geographie der Pflanzen. Erläuterungen zu 5 Profiltafen in natürlicher Größe. Stuttgart: Brockhaus-Antiquarium (Quellen und Forschungen zur Geschichte der Geographie und der Reisen, 15).

Eine Aufbereitung der auf der Karte enthaltenen Pflanzennamen hat vor mehreren Jahren das Projekt „Humboldt Digital Library“ vorgenommen.

Tobias Kraft

Tobias Kraft ++ Redaktionsleitung avhumboldt.de (früher Humboldt im Netz) seit 2001 sowie Mitglied im Editorial Board des Open Access Journals HiN - Internationale Zeitschrift für Humboldt-Studien seit 2002 ++ Studium der Romanistik, Germanistik, Medienwissenschaft und Geschichte an der Universität Bonn und an der Universität Potsdam ++ 2008-2013 Promotion zu Alexander von Humboldt am Lehrstuhl für französisch- und spanischsprachige Literatur (Prof. Dr. Ottmar Ette), Institut für Romanistik, Universität Potsdam ++ seit Januar 2015 Arbeitsstellenleiter im Langzeitvorhaben "Alexander von Humboldt auf Reisen – Wissenschaft aus der Bewegung" (AvH-R) an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

5 Gedanken zu „Alexander von Humboldts Naturgemälde der Tropen: das „Tableau physique des Andes et pays voisins“ (1807)

    • März 12, 2019 um 15:17
      Permalink

      Hallo Frank,
      vielen Dank für diesen hilfreichen Hinweis. Wir konnten einige Zeit nicht an der Seite arbeiten, haben avhumboldt.de aber in den letzten Tagen wieder an verschiedenen Stellen aufgefrischt und aktualisiert. Auch dieser Post zum Naturgemälde ist jetzt auf dem richtigen Stand, und das Bild in entsprechend hoher Auflösung verlinkt.
      Beste Grüße,
      Tobias Kraft

      Antwort
  • Dezember 30, 2018 um 15:08
    Permalink

    Sehr geehrter Herr Kraft,

    auch ich wäre an einer größeren Darstellung interessiert. Die Datei welche man herunterladen kann wird mit 72dpi angegeben was einen sehr geringen dpi Wert darstellt. Wenn man nach dem Namen des Bildes sucht (Bildersuche bei Google), dann wird als 2. Eintrag Ihre Seite vorgeschlagen und in der Miniaturansicht des Bildes wird die Pixelanzahl mit 7721×5003 angegeben. Das entspricht aber nicht der von Ihnen angebotenen 72dpi Datein. Kann es sein, dass sich die Datei irgendwo versteckt, so dass sie in der Suche angezeigt aber nicht zum Download angeboten wird? Wenn sie z.B. mal auf die Seite https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Alexander_von_Humboldt_-_Geographie_der_Pflanzen_in_den_Tropen-Laendern_-_stacked.jpg gehen, dann finden sie dort eine Datei mit der Pixelanzahl 5285 × 2742 diese ist schon viel detaillierter als ihre zum download angebotene ABER verglichen mit den 7721×5003 natürlich nochmal viel kleiner. Ich hoffe ich konnte mein Problem deutlich machen und hoffe doch noch an eine größere Datei zu kommen 🙂 kennen sie sonst jemanden der Humboldt Poster anfertigt?

    Viele Grüße
    Frank

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  • Juli 27, 2017 um 22:35
    Permalink

    Lieber Herr Lange,
    der direkte Link auf das Digitalisat in der höchsten Qualität, die wir anbieten können, lautet https://i2.wp.com/www.avhumboldt.de/wp-content/uploads/2017/02/tableauphysique_72dpi.png

    Ich habe zum besseren Verständnis den Beitrag gerade um einen Link auf das Original-Digitalisat, abrufbar auf den Seiten der Biodiversity Heritage Library, ergänzt. Der Link lautet http://botanicus.org/page/1061689

    Beste Grüße,
    Tobias Kraft

    Antwort
  • Juli 19, 2017 um 18:59
    Permalink

    Sehr geehrter Herr Kraft,

    besteht eventuell die Möglichkeit das Naturgemälde irgendwo in noch großerer Datei zu bekommen? So ,dass die Beschriftungen in den seitlichen Tabellen lesbar sind?
    In jedem Fall vielen Dank für die großzügige Bereitstellung der Materialien.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Tillman Lange

    Antwort

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