Inforadio-Forum: „Aufgaben und Möglichkeiten des zukünftigen Humboldtforums“

Forum - die Debatte im Inforadio
Forum - die Debatte im Inforadio

Am 6. Dezember wurde für die Reihe „Forum – Die Debatte im Inforadio“ in der Temporären Kunsthalle die Sendung mit dem Titel „Kein Dialog – ein Polylog! Aufgaben und Möglichkeiten des zukünftigen Humboldtforums“ aufgezeichnet. Übertragen wurde die Gesprächsrunde am 13. Dezember 2009 und ist jetzt als Audiodatei verfügbar. Die Diskussionsrunde stand unter der Fragestellung:

„Was soll – in der Verbindung von Museum, Universität, Bibliothek und einer immer wieder neu zu bespielenden Agora – eigentlich Neues entstehen?“ >> ANHÖREN

Harald Asel hat mit diesen Gästen über Chancen und die Herausforderungen, die das im neuen Stadtschloss angesiedelte Humboldt-Forum eröffnet, diskutiert:

Prof. Dr. Susanne Binas-Preisendörfer ist Musikwissenschaftlerin und Professorin für Kunst und Medien an der Universität Oldenburg.

„Wir werden, wenn dieses Projekt hier so realisiert wird, rein ein riesiges Gebäude mit einem imperialen Gestus […] in die Mitte der Stadt gesetzt bekommen. Wenn sich in diesem Gebäude Zeugnisse kolonialer Sammelgeschichte befinden, besteht die Herausforderung darin, eben das auf eine bestimmte Art und Weise zu erzählen und zu präsentieren. […] Doch die vielen Logiken, mit denen die unterschiedlichen Wege der Globalisierung gegangen wurden, sehe ich hier nicht präsentiert. Wie will man das zeigen? Diese Transferleistung hinzukriegen scheint mir die größte Herausforderung zu sein.“ (Susanne Binas-Preisendörfer)

Prof. Dr. Ottmar Ette ist Alexander-von-Humboldt-Experte und Professor für romanische Literaturwissenschaft an der Universität Potsdam.

„Wir müssen uns von diesem Ort aus, von diesem Topos aus, hin auf eine Atopie entwickeln, das heißt alle Orte zu sein und zugleich diese Möglichkeit zu bieten, für alle zugänglich zu sein. […] Wir brauchen ein Weltbewusstsein in einer radikalen Weise. Ein Weltbewusstsein, das uns ermöglicht, unterschiedliche Bewegungsrichtungen in die Dinge hineinzuverlagern und von den Dingen aus neue Beziehungen herzustellen.“ (Ottmar Ette)

Prof. Dr. Klaus Pierwoß war Generalintendant des Bremer Theaters und ist Professor für Kulturmanagement.

„Wichtig finde ich, dass diese Widersprüche, dass diese Streitdimensionen, die es in verschiedenen  Erdteilen, in verschiedenen Ländern und auch in deren künstlerischen Artikulationen gibt, hier eine Chance bekommen, aufeinander zu prallen. Ich stelle mir diesen Ort vor als den wildesten aller Weltphantasien.“

Dr. Volker Hassemer war lange Zeit Senator in Berlin und ist jetzt Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zukunft Berlin.

„Wir sollten entschieden und mit großer Verantwortung die Diskussion weg vom Gebäude zum Inhalt führen. […] Es geht nicht nur um die Sammlungen also um die Betrachtung der Kulturen in ihrer historischen Entwicklung. Es geht darum, an diesem Ort eine Kontaktstelle der Kulturen, wie sie heute agieren, wie sie sich heute bedrohen, wie sie heute in einer globalisierten Welt in völlig neuer Weise miteinander zurecht kommen müssen, zu finden. Und das natürlich auf der großen Basis, die die Museen haben, die in diesem Haus sind.“ (Volker Hassemer)

Lesen Sie auch unseren Beitrag vom 23. November 2009 über diese Gesprächsrunde und unseren Beitrag zur  Ausstellung: Anders zur Welt kommen – Das Humboldt-Forum im Schloss. Berlin.

Katharina Einert

Katharina Einert - Studium der Romanistik und Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft an der Universität Potsdam. Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für französisch- und spanischsprachige Literatur (Prof. Dr. Ottmar Ette), Institut für Romanistik, Universität Potsdam. Seit 2011 Promotion unter Betreuung von Prof. Dr. Gesine Müller, Romanisches Seminar, Universität zu Köln.

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