20.09.-21.09.2013, Internationale Tagung: „Humboldt und die naturkundliche Erforschung Südamerikas“, Berlin

Humboldt-Tag 2013

Friedrich Georg Weitsch (1758-1828), Alexander von Humboldt, 1806
Friedrich Georg Weitsch (1758-1828), Alexander von Humboldt, 1806

Eine Veranstaltung der Alexander-von-Humboldt-Forschungsstelle der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, des Botanischen Gartens und Botanischen Museums Berlin-Dahlem sowie des Berliner Museums für Naturkunde.

„…wie sehr glücklich ich mich befinde in diesem Theile der Welt…“

Alexander von Humboldt und die naturkundliche Erforschung Südamerikas

Aus der Ankündigung der BBAW:

Südamerika zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Für die Kolonien in der Neuen Welt beginnt eine Zeitenwende. Kurz vor den Unabhängigkeitskämpfen, zwischen 1799 und 1804, bereisen und erforschen Alexander von Humboldt und Aimé Bonpland u. a. Venezuela, Kolumbien, Peru, Mexiko und Kuba. Ein Versuch im Jahr 1800 brasilianischen Boden zu betreten scheitert am Misstrauen der portugiesischen Regierung. Diese amerikanische Reise zählt zu den Marksteinen der Wissenschaftsgeschichte.

Humboldt wird mit ihr zum Anreger, Vorbild und Förderer für spätere Forschergenerationen, die nun die Länder zwischen Guayana und Patagonien neu entdecken. Die Erforschung schuf Wissen, das noch heute unser Weltbild beeinflusst: Erkenntnisse zur Physik der Erde und zum Vulkanismus, zur Pflanzengeographie, zur Klimatologie und nicht zuletzt zur Evolutionstheorie sind ihr Gewinn.

Geologie, Botanik, Zoologie und Geographie erfuhren einen Aufschwung, sowohl in den bereisten Ländern selbst, als auch in Europa, wo ein Großteil der neuen Tier- und Pflanzenarten sowie der Minerale und Fossilien noch heute in den Museen aufbewahrt werden. Im Berliner Museum für Naturkunde und im Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin-Dahlem spiegelt sich dieser Aspekt der Entdeckungsgeschichte Südamerikas unmittelbar in den Sammlungen wider. Hier finden sich nicht nur Fundstücke von Humboldt, sondern auch bedeutende Sammlungen seiner Zeitgenossen Friedrich Sellow, Ignaz Maria von Olfers, Friedrich Wilhelm Sieber oder Richard Schomburgk.

Einige Facetten dieser Pionierepoche der Naturforschung werden zum diesjährigen Humboldt-Tag von Wissenschafts- und Kunsthistorikern vorgestellt. Die Spannbreite der Vorträge reicht vom Südamerikabild in Kunst und Kartographie bis hin zur Entdeckung der urzeitlichen Pampas-Fauna und zu neuen Erkenntnissen über mineralische und pflanzliche Rohstoffe.

Während der Veranstaltung sind im Einstein-Saal aus den Beständen des Museums für Naturkunde neben selten gezeigten Handschriften und Zeichnungen auch Sammlungsobjekte, die Humboldt aus Südamerika mitgebracht hat, ausgestellt.

Programm

Freitag, den 20. September 2013

9.30 Uhr / Begrüßung
Ingo Schwarz (BBAW, Alexander-von-Humboldt-Forschung)

9.40 Uhr / „…so bleiben dem materiell Gesammelten und geographisch Geordneten fast allein ein lang dauernder Werth.“ – Humboldt als Sammler
Ferdinand Damaschun (Museum für Naturkunde Berlin)

10.20 Uhr / Alexander von Humboldt und die botanische Erforschung Amerikas
H. Walter Lack (Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin-Dahlem)

11.00 Uhr / Von Pfeilgiften und Regenwäldern – Humboldt und die Erforschung Amazoniens
Thomas Schmuck (BBAW, Alexander-von-Humboldt-Forschung)

11.40 Uhr / Mittagspause

13.00 Uhr / Für Humboldt noch verschlossen – Friedrich Sellows Reisen in Brasilien
Sabine Hackethal (Museum für Naturkunde Berlin)

13.40 Uhr / Naturgeschichte und koloniales Wissen der Provinzen des Río de la Plata (1810 – 1840)
Irina Podgorny (Archivo Histórico del Museo de La Plata, Argentinien)

14.20 Uhr / Die Erzherzogin und der Maler – Thomas Ender in der neuen Heimat der brasilianischen Kronprinzessin Maria Leopoldine von Österreich
Sabine Grabner (Österreichische Galerie Belvedere, Wien)

15.00 Uhr / Pause

15.30 Uhr / Von Minas Gerais zum Ural – Humboldts Diamanten
Carsten Eckert (Museum für Naturkunde Berlin)

16.10 Uhr / Südamerika in Text, Bild und Karte – Einblicke in Friedrich Justin Bertuchs geographische Entreprisen
Andreas Christoph (Ernst-Haeckel-Haus in Jena)

16.50 Uhr / Abschlusskommentar
Thomas Schmuck

Samstag, den 21. September 2013

10.00 Uhr / Führung im Museum für Naturkunde / „Alexander von Humboldt als Sammler“
Museum für Naturkunde Berlin, Invalidenstraße 43, 10115 Berlin

Termin und Ort

20.-21.09.2013

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal
Jägerstraße 22 / 23
10117 Berlin

Kooperationspartner

  • Museum für Naturkunde Berlin
  • Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin-Dahlem

Weitere Informationen

Regina Mikosch
030 / 20 370 380
mikosch@bbaw.de

Anmeldung

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung unter mikosch@bbaw.de ist erforderlich.

Anfahrt

So erreichen Sie den Veranstaltungsort mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

  • S-Bahn bis Friedrichstraße
  • U2 bis Hausvogteiplatz oder Stadtmitte
  • U6 bis Französische Straße oder Stadtmitte

Bei Anfahrt mit dem eigenen PKW wird die Nutzung der umliegenden Parkhäuser empfohlen.

Informationen zur Tagung im Veranstaltungskalender der BBAW

 

 

Tobias Kraft

Tobias Kraft ++ Redaktionsleitung avhumboldt.de (früher Humboldt im Netz) seit 2001 sowie Mitglied im Editorial Board des Open Access Journals HiN - Internationale Zeitschrift für Humboldt-Studien seit 2002 ++ Studium der Romanistik, Germanistik, Medienwissenschaft und Geschichte an der Universität Bonn und an der Universität Potsdam ++ 2008-2013 Promotion zu Alexander von Humboldt am Lehrstuhl für französisch- und spanischsprachige Literatur (Prof. Dr. Ottmar Ette), Institut für Romanistik, Universität Potsdam ++ seit Januar 2015 Arbeitsstellenleiter im Langzeitvorhaben "Alexander von Humboldt auf Reisen – Wissenschaft aus der Bewegung" (AvH-R) an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

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