HiN XVI, 31 (2015)

Die aktuelle Ausgabe von HiN enthält Artikel folgender Autoren:

HiN XVI, 31 (2015)
HiN XVI, 31 (2015)
  • Ingo Schwarz (dt.)
  • Ottmar Ette (sp.)
  • Horst Bredekamp (dt.)
  • Julia Bispinck-Roßbacher (dt.)
  • Tobias Kraft (dt.)
  • Dominik Erdmann, Jutta Weber (dt.)
  • Markus Alexander Lenz (dt.)
  • David Blankenstein, Bénédicte Savoy (dt.)
  • Margot Faak (dt.)

INHALTSVERZEICHNIS HiN XVI, 31 (2015)

DOI: http://dx.doi.org/10.18443/hinvol16iss312015

In seinem Brief vom 4. September 1804 hatte Alexander von Humboldt den preußischen König Friedrich Wilhelm III. um die Erlaubnis gebeten, den Winter in Italien verleben zu dürfen und erst 1805 in die preußische Hauptstadt zurückzukehren. Mit seinem glücklicherweise überlieferten Antwortschreiben erteilte der König die erbetene Erlaubnis. Ingo Schwarz stellt in seinem Artikel drei Briefe vor, die Alexander von Humboldt im Jahr 1805 an Friedrich Wilhelm III. schrieb.
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El proyecto de larga duración “Centro Alejandro de Humboldt – Ciencia en movimiento” (iniciado en 2015) de la Academia de las Ciencias y Humanidades Berlín-Brandemburgo tiene como objetivo la edición de los manuscritos de viaje del famoso autor, naturalista, cosmopólito y viajero. La edición incluirá los manuscritos de sus dos viajes hemisféricos (América, Asia) como también los de su legado literario. La pregunta esencial que acompaña las investigaciones en torno al proyecto de la Academia es la importancia que Humboldt le da a la vida y a la convivencia. En su artículo, Ottmar Ette describe el proyecto y los tres pilares en los que descansa la reflexión:  la relacionalidad, la concomitancia entre ciencia y estética y el movimiento.
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Die Reisetagebücher der Amerika-Reise (1799-1804) stellen ein Kompendium an schriftlichen Einträgen, Tabellen, Diagrammen und Zeichnungen dar, das in der Tradition römischer Papiermuseen des 17. Jhs. steht. Sie können als Mikrokosmen kleiner Kunstkammern aufgefasst werden, in denen Naturobjekte, Kunstwerke und Arbeitsmittel einen gemeinsamen Reflexionsraum bilden. Im Zentrum des vorliegenden Beitrags von Horst Bredekamp steht Humboldts Auffassung einer gestalteten Bestimmung von Landschaft vermittels besonders einprägsamer Bildformen. Auf erstaunliche Weise nähert sich Humboldts Ästhetik der Gesamtsicht von Natur Charles Darwins Begriff der natürlichen Schönheit an. In den Reisetagebüchern zeigt sich ein heterogener, von Lebendigkeit zeugender Charakter, der sowohl durch das unterschiedliche Format der einzelnen Hefte, als auch durch die inkonsistente Behandlung des Papiers erreicht wird. Dieser bewegliche Zug setzt sich in zahlreichen Zetteln, Briefen und weiteren Texten fort als ein eigenes Prinzip von Evolution. >> zum Beitrag

Der Artikel von Julia Bispinck-Roßbacher beschäftigt sich mit dem kodikologischen Befund der Amerikanischen Reisetagebücher und materialtechnologischen Untersuchungen zu ihrem Papier und Beschreibstoffen. Der kodikologische Aspekt beinhaltet eine umfassende Erfassung aller physischen Merkmale und Besonderheiten der Tagebücher, wobei ein Fokus auf die Zusammenstellung der Lagen, auf heraus getrennten oder ganz fehlenden Seiten liegt. Dies geschieht vor dem Hintergrund, die ursprüngliche Zusammenstellung der Tagebücher zu rekonstruieren, die Genese zu erforschen und im Nachlass befindliche Teile ggf. fehlenden Blättern oder Fragmenten in den Tagebüchern zuzuordnen. Wasserzeichenaufnahmen mit der Thermographiekamera und Tintenanlaysen mithilfe der Röntgenfluoreszenztechnik können dabei helfen aufzuzeigen, wie die Tagebücher entstanden sind und wie sie bis zum Tod Alexander von Humboldts von ihm als Arbeitsinstrument genutzt wurden. >> zum Beitrag

Der 2013 geglückte Ankauf der Amerikanischen Tagebücher durch ein Konsortium öffentlicher und privater Geldgeber hat es nicht nur ermöglicht, Alexander von Humboldts Reisemanuskripte zum ersten Mal einer breiten interessierten Öffentlichkeit vorzustellen, sondern wirft auch ein besonderer Licht auf die Geschichte ihrer Rezeption und Erforschung. Tobias Kraft widmet sich in seinem Beitrag folgenden Fragen: Welche Phasen der Arbeit und Auswertung der Tagebücher lassen sich nachzeichnen? Und an welchem Punkt steht die Humboldt-Forschung in dieser Frage heute? >> zum Beitrag

Der Artikel von Dominik Erdmann und Jutta Weber schildert die Geschichte verschiedener Teile des Manuskriptnachlasses Alexander von Humboldts, die sich heute in der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz (SBB) und in der Biblioteka Jagiellońska in Krakau (BJ) befinden. Dabei wird insbesondere auf den unterschiedlichen ‚Quellenwert‘ der drei großen Nachlassabteilungen – der amerikanischen Reisetagebücher, der Kollektaneen zum Kosmos (beide SBB) und dem sogenannten Nachlass Alexander von Humboldt (BJ) – eingegangen. >> zum Beitrag

Die Amerikanischen Reisetagebücher stellen eine Herausforderung für die Erforschung historischer Epistemologie dar. Der vorliegende Aufsatz von Markus Alexander Lenz will ausgehend vom Scheitern einer eindeutigen gattungsgeschichtlichen Zuschreibung die Sonderstellung der Bände als Instrumente der Erfahrung herausarbeiten, welche an der Schwelle zum 19. Jh. den ontologischen Optimismus sowie das methodische Tasten eines Wissenschaftlers, Schriftstellers und Forschungsreisenden in subjektbezogener Form zugänglich machen. Gerade der multifunktionale Charakter der ‚Journale‘ als Log- bzw. Reisetagebücher und Skizzenhefte, die noch weit entfernt von der Ordnung wissenschaftlichen Schreibens scheinen, lassen jene Voraussetzungen wissenschaftlicher Erkenntnisprozesse sichtbar werden, mithilfe derer Humboldt innerhalb der kantschen Koordinaten Raum und Zeit einen ‚Rhythmus‘ situativ verarbeiteter Natur- und Welterfahrung in ein dynamisches Speichermedium einfließen lässt.
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Ein bislang unveröffentlichtes Porträt Alexander von Humboldts aus der Hand Frédéric d’Houdetots, ein Schüler des Malers Jacques-Louis David, bereichert die Humboldt-Ikonographie um eine Darstellung, die den berühmten Reisenden und Gelehrten als jungen Mann, wenige Jahre nach seiner Rückkehr aus Amerika zeigt – beeindruckend lebendig, fokussiert und präsent. Das 1807 während der Franzosenzeit in Berlin entstandene Porträt verweist als Teil eines im Conseil d’État in Paris aufbewahrten Porträt-Albums auf die Zirkel und Beziehungen, die sich in der besetzten preußischen Hauptstadt zwischen Besatzern, jüdischen Salonkreisen und der wissenschaftlichen Community gebildet haben, ein Nährboden für den transnationalen Austausch von Vertretern einer jungen und vitalen Generation, die sich als echte Europäer verstanden. Die Kunsthistoriker David Blankenstein und Bénédicte Savoy stellen das neue Porträt und den Künstler Houdetot in ihrem Beitrag vor.
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Am 14. Juni 2015 starb unsere Kollegin Margot Faak im 89. Lebensjahr. Regina Mikosch und Ingo Schwarz erinnern an sie mit Worten des Abschieds von Eberhard Knobloch und dem Wiederabdruck eines Aufsatzes aus ihrer Feder von 1999. Die Neuveröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Alexander von Humboldt-Stiftung. Der Text wurde in den Fußnoten durch einige aktuelle bibliographische und sachliche Angaben ergänzt. HiN VII, 13 (2006) war Margot Faak zu ihrem 80. Geburtstag gewidmet. Das Heft enthält einen Lebenslauf und ein Verzeichnis ihrer Schriften.
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Julia Bayerl

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im BMBF-Verbundprojekt “Alexander von Humboldts Amerikanische Reisetagebücher” der Universität Potsdam und der Staatsbibliothek zu Berlin-PK. Teilprojekt: “Genealogie, Chronologie, Epistemologie” (Leitung: Prof. Dr. Ottmar Ette). ++ Studium der Romanistik und Kunstgeschichte an der Universität Regensburg, der Universdad de Buenos Aires und der Universidad de Santiago de Compostela. ++ Seit 2014 Promotion zu Alexander von Humboldts Zeichnungen und Bild-Text Beziehungen in den Amerikanischen Reisetagebüchern.

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