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Stiftung Preußischer Kulturbesitz erwirbt die Tagebücher der Amerikanischen Reise Alexander von Humboldts

Ankauf verbunden mit BMBF-Forschungsprojekt
(Universität Potsdam/Staatsbibliothek zu Berlin)

Die internationale Humboldt-Forschung darf aufatmen. Denn seit dem heutigen Tag ist klar: die Amerikanischen Reisetagebücher Alexander von Humboldts bleiben in Deutschland und werden der Wissenschaft und Forschung wieder in vollem Umfang zur Verfügung stehen. Verbunden mit dem Ankauf durch zahlreiche öffentliche und private Förderinstitutionen ist ein Forschungsprojekt in Kooperation zwischen der Universität Potsdam und der Staatsbibliothek zu Berlin. Finanziert mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) wird das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt ab 2014 der inhaltlichen und materiellen Erschließung der Tagebücher dienen.

Das Forschungsprojekt „Alexander von Humboldts Amerikanische Reisetagebücher“ steht unter der Leitung des international renommierten Humboldt-Experten Prof. Dr. Ottmar Ette (Universität Potsdam). Es dient der konservatorischen Sicherung, Kontextualisierung und Digitalisierung der Bestände. Insgesamt stellt das BMBF dafür 3 Millionen Euro zur Verfügung.

Tagebuch VIIbb/c, 410r: Skizze der Tafel 51 des Humboldtschen Werks "Vues des Cordilleres", Kontur des Berges Corazon, mit gestrichelter Linie ist die "‘Schneegrenze" eingezeichnet. Humboldt beschreibt in der Notiz die Lage des Berges in der Nähe von Quito. © Staatsbibliothek zu Berlin - PK / Fotostelle

Tagebuch VIIbb/c, 410r: Skizze der Tafel 51 des Humboldtschen Werks "Vues des Cordilleres", Kontur des Berges Corazon, mit gestrichelter Linie ist die "‘Schneegrenze" eingezeichnet. Humboldt beschreibt in der Notiz die Lage des Berges in der Nähe von Quito. © Staatsbibliothek zu Berlin - PK / Fotostelle

Humboldts berühmte Reisejournale gelten als die zweite, die wissenschaftliche Entdeckung Amerikas. Für den Ankauf durch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz standen eine ganze Reihe großer Förderinstitutionen Pate: der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, das BMBF, die Berliner Lottostiftung, die Kulturstiftung der Länder, die Stiftung Würth Group, die Hermann Reemtsma Stiftung, die VolkswagenStiftung, die Deutsche Bank AG, die Robert Bosch Stiftung, die Gerda Henkel Stiftung, die Fritz Thyssen Stiftung und die Ernst von Siemens Kunststiftung.

Tagebuch VIIa/b, 56r: Rio de Magdalena, 5. Mai 1801. © Staatsbibliothek zu Berlin - PK / Fotostelle

Tagebuch VIIa/b, 56r: Rio de Magdalena, 5. Mai 1801. © Staatsbibliothek zu Berlin - PK / Fotostelle

Die Erwerbung und Übergabe der neun in Leder gebundenen Tagebücher an die Staatsbibliothek zu Berlin wird Anfang 2014 mit einem Festakt gewürdigt werden, der Termin wird seitens der Stiftung Preußischer Kulturbesitz frühzeitig bekannt gegeben werden.

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, sagt zu dem Kauf der Tagebücher:

Die Bewahrung dieser Werke für den Forschungsstandort Deutschland war mir ein Herzensanliegen. Humboldts Aufzeichnungen stehen für den Beginn der modernen Wissenschaft mit einer bislang unerschlossenen Vielfalt und Menge an Beobachtungen. Sie gehören ganz sicher zu den wichtigsten Desiderata der Forschung zum 19. Jahrhundert. Diese Jahrhunderterwerbung war für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz nur durch die umfassende und engagierte Hilfe der öffentlichen und privaten Förderer zu realisieren. Ihnen gilt mein ganz besonderer Dank. Ich danke auch dem Verkäufer, der darauf verzichtet hatte, die Tagebücher international anzubieten, sondern ausschließlich mit der Stiftung verhandelt hat.

Für die Staatsbibliothek zu Berlin äußert sich Generaldirektorin Barbara Schneider-Kempf:

Die Amerikanischen Reisetagebücher Alexander von Humboldts ergänzen aufs Beste den ebenfalls zum Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin gehörenden Nachlass des Forschers und Gelehrten. Durch Digitalisierungs- und Erschließungsprojekte sowie neue Editionsvorhaben wird die bedeutendste Quellensammlung zum Lebenswerk Humboldts künftig einer breiten interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Pressemitteilung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz vom 04.12.2013

Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vom 04.12.2013

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