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Rez.: U. Päßler: Ein “Diplomat aus den Wäldern des Orinoko” … (H-Soz-u-Kult)

Ulrich Päßler (2009): Ein „Diplomat aus den Wäldern des Orinoko“. Alexander von Humboldt als Mittler zwischen Preußen und Frankreich. Stuttgart: Franz Steiner.

U. Päßler (2009): Ein „Diplomat aus den Wäldern des Orinoko“. Alexander von Humboldt als Mittler zwischen Preußen und Frankreich. Stuttgart: Franz Steiner Verlag.

Am 10. Dezember 2010 erschien auf H-Soz-u-Kult eine Rezension von Ulrich Päßlers 2009 publizierter Monographie Ein „Diplomat aus den Wäldern des Orinoko“. Alexander von Humboldt als Mittler zwischen Preußen und Frankreich (Reihe: Pallas Athene. Beiträge zur Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte 29. Stuttgart: Franz Steiner Verlag).

Rezensiert für H-Soz-u-Kult von: Christian Helmreich, Département d’études germaniques, Université de Paris 8

Nicht zu Unrecht betont die jüngere Alexander-von-Humboldt-Forschung gerne, wie sehr der in Berlin geborene Weltreisende in seiner Biographie wie auch in seinen Schriften die positiven Aspekte der Globalisierung gleichsam zu verkörpern und vorwegzunehmen scheint. In der Tat begnügte sich Alexander von Humboldt nicht damit, die verschiedenartigsten Regionen Amerikas, Asiens oder Europas zu erkunden, die Wälder des Orinokogebietes, die Abhänge des Chimborazo, die Küsten des Pazifiks oder des Kaspischen Meeres, die Steppen Zentralasiens oder Südamerikas – er vermochte es darüber hinaus, die auf den Reisen gesammelten Daten zu verbinden und in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Nun ist die Tendenz, Fremdes miteinander zu verbinden, nicht nur greifbar in seinen großen Forschungsreisen und in der Vielzahl der in seinen Schriften behandelten geographischen Räume. Im Grunde genommen prägt der intellektuelle Kosmopolitismus seinen gesamten Lebensstil, seine Denkweise, seine wissenschaftliche und schriftstellerische Praxis. Aus diesem Grund orientierte sich Alexander von Humboldt sehr früh nach Frankreich. Er verbrachte insgesamt knapp 25 Jahre seines Lebens in Paris. […]

In seiner vor kurzem erschienenen, überaus sorgfältigen Arbeit beleuchtet Ulrich Päßler nun einen der wichtigsten Aspekte dieses lange Zeit vernachlässigten Themenkomplexes. Denn: sieht man von den relativ knappen Überblicken ab, die in den großen Humboldt-Biographien geliefert werden, so besitzen wir bezeichnenderweise noch nicht einmal eine präzise biographische Darstellung des langen Paris-Aufenthalts Alexander von Humboldts in der napoleonischen und nachnapoleonischen Zeit (1807-1827), seiner wissenschaftlich vielleicht produktivsten Periode.

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