Margot Faak (* 27.11.1926 † 14.06.2015)

Dr. Margot Faak (* 27.11.1926 † 14.06.2015)
Dr. Margot Faak (* 27.11.1926 † 14.06.2015)

Margot Faak wurde in Berlin geboren. Nach Abschluss der Schulzeit, die dem Kriegsgeschehen zufolge mit Arbeitsdienst und Kriegshilfsdienst endete, studierte sie an der Humboldt-Universität zu Berlin Germanistik und Geschichte. Vor und nach dem Staatsexamen 1950 arbeitete sie als wissenschaftliche Hilfskraft in der Leibniz-Ausgabe der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Diese Tätigkeit führte 1951 zu einer festen Anstellung, damals unter der Leitung von Kurt Müller. Margot Faak wurde an der Herausgabe der Reihe IV („Politische Schriften“) der damals sieben Reihen umfassenden Leibniz-Ausgabe beteiligt. Sie erarbeitete den fehlenden Kommentarteil und die Register für den bereits 1931 erschienenen Band IV,1. Dieser Apparat wurde zunächst in den Band IV,2 (1963) aufgenommen, ehe der Band IV,1 im Jahre 1983, nun mit dem Anmerkungsapparat und dem Registerteil von Margot Faak neu herausgegeben wurde. Im Jahre 1965 promovierte Margot Faak mit der Dissertation „Leibniz als Reichshofrat“. 1969 wechselt sie im Jahr der Feiern zum 200. Geburtstag Alexander von Humboldts in die Alexander-von-Humboldt-Forschungsstelle, blieb aber durch ihre Mitarbeit an der Edition des Bandes IV,3 (1985) sowie der Bände IV,1 (1983) und IV,2 (1984) der Leibniz-Forschung verbunden.

In der Alexander-von-Humboldt-Forschungsstelle widmete sie sich der Erschließung und Edition der Tagebücher, die Alexander von Humboldt während seiner berühmten Forschungsreise von 1799 bis 1804 in das spanische Amerika geführt hat. Allein die Aufzeichnung des äußerst umfangreichen und heterogenen Inhalts aller Tagebücher nahm fünf Jahre in Anspruch. Margot Faak konnte bis zum Ende ihrer Dienstjahre 1986 eine Auswahl aus den amerikanischen Reisetagebüchern in zwei Bänden publizieren (Alexander von Humboldt Lateinamerika am Vorabend der Unabhängigkeitsrevolution. Eine Anthologie von Impressionen und Urteilen aus seinen Reisetagebüchern. [1982], Alexander von Humboldt. Reise auf dem Río Magdalena, durch die Anden und Mexico. Teil I: Texte. Aus seinen Reisetagebüchern zusammengestellt [1986]). 1990 erschien der dritte Band (Alexander von Humboldt. Reise auf dem Río Magdalena, durch die Anden und Mexico. Teil II: Übersetzung, Erläuterungen, Register). Im Jahre 2000 veröffentlichte sie den vierten Band (Alexander von Humboldt. Reise durch Venezuela. Auswahl aus den amerikanischen Reisetagebüchern). In den 90er Jahren unternommene Reisen nach Venezuela, nach Mexiko und Kuba ermöglichten ihr ein wesentlich besser fundiertes Arbeiten, als es vorher bei ausschließlich theoretischer Erfassung des südamerikanischen Schauplatzes der Humboldt‘schen Reisetagebücher der Fall war. Die Akademie der Wissenschaften hat ihre Arbeit durch die Leibniz- und die Humboldt-Medaille gewürdigt. Bis ins hohe Alter blieb Margot Faak der Akademie-Forschung zu Alexander von Humboldt und Gottfried Wilhelm Leibniz eng verbunden. Für Rat und Hinweise beim Entziffern der schwierigen Handschriften nahm sie sich bis zuletzt Zeit.

Am 14. Juni 2015 ist Margot Faak im 89. Lebensjahr in Berlin-Hellersdorf gestorben.

Tobias Kraft

Tobias Kraft ++ Redaktionsleitung avhumboldt.de (früher Humboldt im Netz) seit 2001 sowie Mitglied im Editorial Board des Open Access Journals HiN - Internationale Zeitschrift für Humboldt-Studien seit 2002 ++ Studium der Romanistik, Germanistik, Medienwissenschaft und Geschichte an der Universität Bonn und an der Universität Potsdam ++ 2008-2013 Promotion zu Alexander von Humboldt am Lehrstuhl für französisch- und spanischsprachige Literatur (Prof. Dr. Ottmar Ette), Institut für Romanistik, Universität Potsdam ++ seit Januar 2015 Arbeitsstellenleiter im Langzeitvorhaben "Alexander von Humboldt auf Reisen – Wissenschaft aus der Bewegung" (AvH-R) an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

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