Simón Bolívar über Alexander von Humboldt

Simon Bolívar (Quelle: Wikimedia)
Simón Bolívar (Quelle: Wikimedia)

Simón Bolívar nannte Alexander von Humboldt den

wahren Entdecker der Neuen Welt, […] dessen Wissen für Amerika mehr Gutes bewirkt hat als alle Konquistadoren zusammen.

Quelle: Bolívar, Simón: Obras completas, Vol. II., Madrid 1984, p. 328, 326.

Der Humboldt-Spezialist und langjährige Kurator von Humboldt-Ausstellungen Frank Holl schreibt zu diesem berühmten Zitat und der damit verbundenen Instrumentalisierung des Namen Humboldts in eigener Sache:

Eine Wirkungsgeschichte Humboldts wird sich, neben der Untersuchung seiner politischen Haltung, auch mit dessen ideologischer Vereinnahmung und Instrumentalisierung befassen müssen: mit derjenigen in Europa, vor allem aber auch mit derjenigen durch die verschiedenen politischen Gruppierungen in Lateinamerika. In erster Linie waren es die kreolischen Oberschichten, die Humboldt nach ihrem Sieg zum ”Vater der Unabhängigkeit Lateinamerikas” stilisierten. Sie brachten sich mit seinem Namen in Verbindung, um, wie Michael Zeuske herausgearbeitet hat, selbst in den ”Glanz dieser Vaterschaft” zu kommen und der ”eurokreolischen Modernisierung die Legitimität der Wissenschaft zu verschaffen”.

Quelle: Holl, Frank: Alexander von Humboldt – ‚Geschichtsschreiber der Kolonien‘. In: Ottmar Ette und Walther R. Bernecker (Hg.): Ansichten Amerikas. Neuere Studien zu Alexander von Humboldt. Vervuert, Frankfurt a. M., 2001, S. 51-78.

Weitere Quellen zu Humboldt und Bolívar:

  • Zeuske, Michael (1999): Humboldt und Bolívar. In: Frank Holl (Hg.): Alexander von Humboldt. Netzwerke des Wissens. Katalog der Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt (Berlin) vom 6. Juni bis 15. August 1999 und in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland (Bonn) vom 15. September 1999 bis 9. Januar 2000. Bonn: Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, S. 128-129.
  • Zeuske, Michael (2001): Vater der Unabhängigkeit? Humboldt und die Transformation zur Moderne im spanischen Amerika. In: Ottmar Ette, Ute Hermanns, Bernd M. Scherer und Christian Suckow (Hg.): Alexander von Humboldt. Aufbruch in die Moderne. Berlin: Akademie Verlag (Beiträge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung, 21), S. 179–224.

Katharina Einert

Katharina Einert – Studium der Romanistik und Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft an der Universität Potsdam. Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für französisch- und spanischsprachige Literatur (Prof. Dr. Ottmar Ette), Institut für Romanistik, Universität Potsdam. Seit 2011 Promotion unter Betreuung von Prof. Dr. Gesine Müller, Romanisches Seminar, Universität zu Köln.

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