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HiN XXVII, 51 (2026)

HiN XXVII, 51 (2026)
HiN XXVII, 51 (2026)

Eine neue Ausgabe der HiN ist erschienen. In diesem Beitrag stellen wir die im Juni 2026 veröffentlichte Ausgabe vor.

HiN XXVII, 51 enthält Artikel folgender Autorinnen und Autoren:

  • Dominique Freyssenède (französisch)
  • Stefanie Buchenau (englisch)
  • Juan Felipe Urueña Calderón (spanisch)
  • Michel Espagne (französisch)
  • Dagmar Hülsenberg, Józef Tomasz Juros (deutsch)
  • Susanne Renner (englisch)
  • Sven Schumann, Anna-Maria Begerock, Mercedes González, Evelyn Heuckendorf, Roman Sokiranski, Barbara Teßmann, Andreas Winkelmann (deutsch)
  • Ingo Schwarz (deutsch)

INHALTSVERZEICHNIS HiN XXVII, 51 (2026)

DOI: 10.18443/hinvol27iss512026 
URL: https://doi.org/10.18443/hinvol27iss512026

Im Jahr 1798 lernten die Brüder Humboldt in Paris eine einflussreiche französische Familie kennen, zu deren Kreis unter anderem die Gräfin Regnaud de Saint-Jean d’Angély, der Astronom Delambre und der Akademiker Antoine-Vincent Arnault gehörten. Die zentrale Persönlichkeit dieses Kreises scheint damals eine gewisse Madame de Latour gewesen zu sein, deren Pariser Salon und Landhaus die Treffpunkte dieses „sehr hübschen Zirkels“ waren, wie Wilhelm von Humboldt ihn nannte. Am 3. Brumaire des An VII richtete Alexander von Humboldt, der sich auf der Durchreise in Lyon befand, an Madame de Latour – nachdem er ein Treffen mit ihr versäumt hatte – den ersten Brief nach seiner Abreise aus Paris mit Bonpland. Weitere Dokumente, darunter der Briefwechsel mit Delambre zwischen 1800 und 1804, zwei unveröffentlichte Briefe aus den Jahren 1810 und 1853 sowie ein Polizeibericht von 1817, ermöglichen es, eine der längsten Freundschaften im Pariser Leben Alexander von Humboldts nachzuzeichnen. >> zum Beitrag

Humboldts „Kosmos“ verteidigt die Erklärbarkeit einer einzigen, einheitlichen Welt gegen Chaos und die Vorstellung mehrerer getrennter Welten. Indem Humboldt den pythagoreischen Begriff kosmos als Ordnung und Schmuck aufgreift, denkt er diese Einheit unter modernen Bedingungen von Offenheit und partieller Zugänglichkeit neu. Entscheidend ist dabei eine Umkehrung der Prioritäten und eine Neubestimmung der Vermögen: Die Sinnlichkeit übernimmt Funktionen, die zuvor der Vernunft vorbehalten waren, indem sie das Unendliche aufnimmt und zu einer anschaulichen Darstellung der Welt formt; die Vernunft hingegen ist nicht mehr primär kontemplativ, sondern erschließt auf dieser Grundlage Gesetze, ordnet Beobachtungen und systematisiert sie. Schönheit ist daher nicht mehr Ausdruck einer vorgegebenen Ordnung, sondern die Bedingung ihrer rationalen und analytischen Erfassbarkeit und ermöglicht es, Vielfalt als Einheit zu begreifen. Kosmos formuliert so eine moderne Einweltlehre, in der ästhetische Wahrnehmung und wissenschaftliche Erklärung untrennbar verbunden sind. >> zum Beitrag

El artículo propone una lectura de la lámina quinta de Vues des Cordillères (1810) como ensamblaje donde cohabitan dos ritmos temporales: el tiempo moderno del trabajo y la jerarquía (dialéctica carguero/cargado; metáfora arriba/abajo) y el tiempo profundo de procesos botánicos, climáticos y geológicos (geografía de las plantas; fisionomía de las montañas). Mediante una lectura triangulada de lámina, descripción y diarios, y con apoyo heurístico de paneles comparativos, se muestra que Humboldt articula naturaleza y cultura en 1801–1810, pero que las reapropiaciones del siglo XIX/XX fracturan esa unidad (tipo humano vs. paisaje). La lámina funciona así como nudo visual para pensar, sin teleologías, el cruce entre régimen moderno de historicidad y tiempo del Antropoceno. >> zum Beitrag

In der Einleitung zum „Kosmos“ entwickelt Alexander von Humboldt eine Reihe von Themen, die mit dem Aufkommen des ökologischen Denkens in Verbindung gebracht werden können. Er betont, dass das Verständnis des Zusammenspiels der Naturkräfte die Berücksichtigung aller Regionen der Erde erfordert. Das Verständnis der Gesamtheit der Naturphänomene, das die präzise Erforschung von Klima, Pflanzen, Mineralien und Himmelskörpern mit der Menschheitsgeschichte verbindet, erzeugt ein Gefühl der Erfüllung. Die Kette der Lebewesen in der Natur ist vergleichbar mit der der Menschheit in der Geschichte. Humboldt lässt sich von dem Geographen Ritter, der die Physiognomie der Erde charakterisierte, dem Astronomen Lalande und dem Mineralogen Elie de Beaumont inspirieren. Die Physik der Welt, dargestellt als Wissenschaft des Kosmos, befasst sich mit Teilaspekten aufgrund ihrer Verbindung zum Ganzen. Umweltfragen werden bereits in Humboldts Wissenschaftsdefinition angedeutet. >> zum Beitrag

Auf der Basis der positiven Prognose Alexander von Humboldts aus dem Jahr 1794 erbohrte Alexander von Mielęcki im Jahr 1806 förderwürdige Sole. Wichtige Persönlichkeiten bei der Errichtung eines Salzwerkes in Ciechocinek waren der Investor Leon Konstanty Wolicki, der Professor Johann Jacob Graff sowie der Finanzminister Fürst Franciszek Ksawery Drucki-Lubecki. Deren Leistungen werden beschrieben. 1824 begannen die Arbeiten. Während des Baus kam es zu Fehlern, die der Direktor des Preußischen Oberbergamtes, Carl von Laroche, in einem Bericht im Jahr 1829 akribisch darlegte. Das im Bau befindliche Salzwerk wurde 1831 durch russische Truppen zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte unter Beachtung der Vorschläge Alexander von Humboldts und Carl von Laroches. 1832 ging das Salzwerk in Betrieb. >> zum Beitrag

Im Jahr 1856 sah sich Alexander von Humboldt genötigt, einen kurzen Artikel in deutschen, englischen, französischen und amerikanischen Zeitungen zu veröffentlichen, in dem er gegen die Verstümmelung seines Essai politique sur l’île de Cuba durch J. S. Thrasher protestierte. Dieser hatte in New York eine englische Bearbeitung des Kuba-Werkes herausgegeben, in der er Humboldts Ansichten zur Sklaverei und zum transatlantischen Sklavenhandel entweder verfälschte oder gänzlich ausließ. Diese unautorisierten Eingriffe werden in unserem Aufsatz genauer untersucht. Kurz behandelt wird auch die Rolle, die Humboldts Protest bei den US-Präsidentschaftswahlen von 1856 spielte. Ein zweiter Abschnitt beschäftigt sich mit Thrasher als Verfechter einer Angliederung Kubas an die USA als weiteren Sklavenstaat. >> zum Beitrag

Oft heißt es, Humboldt und Bonpland hätten 60 000 Pflanzenexemplare von 6 000 Arten gesammelt. Hier überprüfe ich Humboldts Angaben zum in Amerika gesammelten Material, diskutiere dessen Verbleib und erläutere die Schwierigkeit, die Zahl der Exemplare und Arten zu schätzen, v. a. wegen unzureichender Nummerierung von Duplikaten. Dies führte u. a. zur Doppelbeschreibung von mindestens 250 Arten. Laut Feldbuch machten Humboldt und Bonpland 4 528 Aufsammlungen, idealerweise mit drei Duplikaten. Davon sind 3 525 im Pariser Bonpland-Herbarium erhalten, weitere im Generalherbarium. Andere Herbarien sind noch nicht vollständig digitalisiert. Humboldts Schätzung (um 1800) von 4 200 Arten erscheint hoch, doch die Beschreibung neuer Arten ist noch nicht abgeschlossen. >> zum Beitrag

Der preußische Arzt und Botaniker Franz J. F. Meyen war von 1830 bis 1832 auf Empfehlung Alexander v. Humboldts als Schiffsarzt u. a. in Südamerika tätig. Zum Teil den Spuren Humboldts folgend, erwarb er während dieser Reise sechs „peruanische“ Schädel und zwei Mumien. Die Mumien befinden sich heute in der Anatomischen Sammlung der Charité, Berlin. Während eine der Mumien skelettiert wurde, weist die andere noch Haut und Weichteile auf. Da für keine der Mumien Grabbeigaben oder Bestandteile des Totenbündels erhalten sind, bleibt ihre kulturelle Zuordnung ungewiss. Zwei der sechs Schädel konnten mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls identifiziert werden. Der Umgang mit den Mumien und Schädeln vorspanischer südamerikanischer Kulturen spiegelt beispielhaft die Forschungs- und Sammlungspraxis im 19. Jahrhundert wider. >> zum Beitrag

„Neu gelesen“: Zu den meistverbreiteten Alexander von Humboldt zugeschriebenen Zitaten gehört der Satz „Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.“ Der österreichische Philosoph und Zitatforscher Gerald Krieghofer (1953–2025) konnte nachweisen, dass dieses Bonmot mit großer Sicherheit nicht von Humboldt stammt. Der Aufsatz würdigt Krieghofers Arbeit zur Erforschung von Zitaten, die fälschlich Humboldt zugeschrieben werden. >> zum Beitrag

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Gradierwerk II in Ciechocinek. Gradierwerk I ist links in der Ferne sichtbar. Kupferstich. Quelle: Tygodnik Ilustrowany 1872

 

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