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Humboldt-Exponate der Staatsbibliothek Berlin

Blick auf Schloss Tegel
Blick auf Schloss Tegel (Quelle: staatsbibliothek-berlin.de)

Anlässlich der Ausstellung „Alexander von Humboldt – im Kosmos des Weltbürgers“ im Herbst 2006 präsentiert die Staatsbibliothek zu Berlin besondere Exponate wie Briefe, Zeichnungen und Porträts des berühmten Wissenschaftlers in einer online verfügbaren Präsentation.

Die Exponate, in der Online-Präsentation zusammengefasst als Dia-Show, werden begleitet durch kurze, erläuternde Texte, von denen wir hier einige im Ausschnitt vorstellen:

Alexander von Humboldt wird am 14. September 1769 als zweiter Sohn des Königlichen Kammerherrn Alexander Georg von Humboldt und seiner Ehefrau Marie Elisabeth in Schloss Tegel bei Berlin geboren. Schon früh zeigt er ein auffallendes Interesse an der Naturgeschichte und legt botanische und mineralogische Sammlungen an.

1791 schreibt Humboldt sich in der Bergakademie Freiberg bei dem berühmten Geologen Abraham Gottlob Werner ein. Als Bergassessor der Zentrale des preußischen Berg- und Hüttendepartements beendet er 1792 sein Studium.

1797 quittiert Humboldt den Staatsdienst. Der Tod der Mutter im Jahr zuvor hat die Brüder Wilhelm und Alexander von Humboldt zu Erben eines großen Vermögens gemacht, das ihnen ein unabhängiges Leben ermöglicht. Alexander beginnt, seinen Traum von der Erkundung der Erde zu verwirklichen.

Alexander von Humboldt und Aimé Bonpland in der Urwaldhütte am Orinoco
Alexander von Humboldt und Aimé Bonpland (Quelle: staatsbibliothek-berlin.de)

„Männer müssen handeln und sich nicht dem Schmerz überlassen.“

Nach diesem Motto gelingt es ihm – nach dem Scheitern anderer Expeditionspläne – von Spanien aus eine Forschungsreise nach Südamerika vorzubereiten. Die spanische Krone unterstützt Humboldt, da sie daran interessiert ist, durch einen Experten den Zustand des Bergwesens in ihren Kolonien erkunden zu lassen.

Am 5. Juni 1799 lichtet die Pizarro im Hafen von La Coruña die Anker. An Bord Alexander von Humboldt und sein Begleiter der Botaniker Aimé Bonpland.

Nach kurzem Zwischenaufenthalt auf Teneriffa landet das Schiff am 16. Juli 1799 in Cumaná in Venezuela.

Nachdem sie im Frühjahr 1800 die großen Ebenen, die Llanos, durchquert haben, fahren Humboldt und Bonpland auf einem Boot den Apure bis zu seiner Mündung in den Orinoco hinab, dem sie dann in südlicher Richtung bis in damals unbekannte Regionen folgen. Die Erforschung des oberen Orinoco und seiner Verbindung zum Rio Negro durch Humboldt und Bonpland gehört zu den meistbewunderten Unternehmungen des 18. Jahrhunderts.

Über Cuba reist Humboldt 1801 weiter nach Peru. Die Durchquerung der Anden und der Ritt von Bogotá über Quito nach Lima bringt Humboldt im Juni 1802 an den Fuß des Chimborazo, der damals als höchster Berg der Welt gilt. Obwohl Humboldt den Gipfel nicht erreicht, stellt er mit 5.600 Metern einen für viele Jahre bestehenden Höhenrekord auf.

65-jährig beginnt Humboldt die Arbeit am Kosmos, dem Werk, das ihn bis zu seinem Tode beschäftigen wird. Es gilt als eine letzte große Zusammenfassung der idealen Weltsicht, bevor Darwin 1859 seine Evolutionstheorie veröffentlicht.

Nach einem unvergleichlichen Wissenschaftlerleben stirbt der als Vater und Schutzherr der Wissenschaft gerühmte Forscher, weltberühmt und hoch geehrt, Mitglied aller wissenschaftlichen Akademien, am 6. Mai 1859. (Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz)

Folgende Exponate werden in der Präsentation der Staatsbibliothek gezeigt:

  • Brief vom 25.8.1791 an Dietrich Ludwig Gustav Karsten (1768-1810), später Mitglied der allgemeinen Bergwerksdirektion in Berlin
  • Wilhelm und Alexander Humboldt mit Goethe bei Schiller in Jena, 1796
  • Extrait des Longitudes et Latitudes, eigenhändige Aufzeichnung
  • Zeichnung Humboldts vom Orinoco
  • Historische Landkarte mit Flusslauf des Orinoco
  • Geographie der Pflanzen in den Tropenländern
  • Zeichnung von Faultier mit Jungem, eigenhändige Skizze
  • Humboldts Cacajoa-Äffchen, eigenhändige Skizze
  • Brief des Mathematikers Carl Friedrich Gauß vom 28.10.1828
  • Eigenhändiger Entwurf des Titelblattes von Humboldts Werk Kosmos
  • Brief von Wilhelm Grimm vom 20.9.1844 zu Humboldts Arbeiten am Kosmos
  • Brief an Jacob Grimm vom 27.9.1848
  • Alexander Humboldt in seinem Arbeitszimmer in der Oranienburger Straße
  • Brief an Alexander Mendelssohn vom 22.1.1856
  • Einladung an die Mitglieder der Königlich Preußischen Akademieder Wissenschaften, den Sarg zu geleiten.

Online-Präsentation in Bild und Ton (flash)

Online-Präsentation als Bild und Text (html)

Redaktion avhumboldt.de (TK)

Dr. Tobias Kraft (TK) ++ Homepage ++ Redaktionsleitung avhumboldt.de (früher Humboldt im Netz) seit 2001 sowie Mitglied im Editorial Board des Open Access Journals HiN – Internationale Zeitschrift für Humboldt-Studien seit 2002 ++ Studium der Romanistik, Germanistik, Medienwissenschaft und Geschichte an der Universität Bonn und an der Universität Potsdam ++ 2008–2013 Promotion zu Alexander von Humboldt am Lehrstuhl für französisch- und spanischsprachige Literatur (Prof. Dr. Ottmar Ette), Institut für Romanistik, Universität Potsdam ++ seit Januar 2015 Arbeitsstellenleiter im Langzeitvorhaben "Alexander von Humboldt auf Reisen – Wissenschaft aus der Bewegung" (AvH-R) an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ++ Initiator und seit 2019 Leiter des "Proyecto Humboldt Digital (ProHD) – Initiative zur Fortbildung in den Digitalen Geisteswissenschaften / Iniciativa para la Capacitación en Humanidades Digitales (La Habana/Berlin)".

2 Gedanken zu „Humboldt-Exponate der Staatsbibliothek Berlin

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